Behandlungsmöglichkeiten

Hodenkrebs

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Hodenkrebs

Das Hodenkarzinom ist ein bösartiger Hodentumor, der vor allem junge Männer in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren befällt. Der größte Risikofaktor für Hodenkrebs ist der Hodenhochstand (Maldescensus testis). Leitsymptom des Hodentumors ist die schmerzlose Größenzunahme. Bösartige Neubildungen des Hodens werden nach dem Gewebe, aus dem sie entstehen, eingeteilt. Zu 95% sind die entarteten Zellen Keimzellen. 5% der restlichen Tumoren bilden sich aus dem Binde- und Stützgewebe. Den Hauptanteil in der zweiten Gruppe machen die Leydigzelltumoren aus. Die Keimzelltumoren unterteilt man in Seminome und Nichtseminome.
Die Prognose ist bei den Seminomen besser als bei den Nichtseminomen. Bei den Seminomen besteht eine geringere Metastasierungsneigung (Wikipedia). Ein Seminom geht aus entarteten Vorgängerzellen der Spermien (Spermatogonien) aus. Es umfasst 53% aller Keimzelltumoren. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 40 Jahren (www.netdoktor.de). Der Begriff Nichtseminom beinhaltet alle anderen germinalen Hodentumoren, die aus verschiedenen Gewebetypen entstehen. Dazu gehören: Dottersacktumor, Chorionkarzinom, embryonales Karzinom und Teratom bzw. die bösartige Form Teratokarzinom. Nichtseminome umfassen etwa 47% aller Keimzelltumoren.
Das Erkrankungsalter beträgt durchschnittlich 25 Jahre. Alle Keimzelltumoren gehen aus einer gemeinsamen Vorstufe hervor. Man nennt sie testikuläre intraepitheliale Neoplasie. Die Neubildungen entstehen bereits vor der Geburt aus embryonalen Keimzellen (Gonozyten). Sie ruhen im Hoden und eine spätere Entwicklung zum Hodenkrebs ist möglich. Bei der Behandlung von Seminomen stehen, nach erfolgter Orchiektomie- oder wenn es noch keine Lymphknotenmetastasierung oder Absiedlungen in andere Organe gegeben hat – folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
1) Wait – and – see – Strategie: Es erfolgt keine weitere Therapie, sondern man wartet ab und kontrolliert engmaschig. Bei 80% der Patienten endet hier die Behandlung. Ca. 20% haben jedoch schon im hinteren Bauchraum bereits kleinste befallene Lymphknoten. Hier kommt es zu einem weiteren Wachstum.
2) Vorbeugende Behandlung des Seminoms wegen Rückfallrisiko: Soll das 20%ige Rückfallrisiko verringert werden, kann man prophylaktisch mit Bestrahlung und Chemotherapie behandeln.
2a) Bestrahlung: Die Bestrahlung erfolgt entlang der Bauchschlagader, da sich hier eventuell befallene Lymphknoten befinden.
2b) Chemotherapie: sie wird als Monotherapie durchgeführt.
3) Sofortige Behandlung bei Seminom: Die erfolgt wenn:- Der Tumor im Hoden größer als 4 cm ist. – Der Tumor bereits in das Hodennetz (Rete testis) eingewachsen ist.
Sind bereits Lymphknotenmetastasen im hinteren Bauchraum, bis zu 5 cm Querdurchmesser vorhanden, wird eine höhere Bestrahlungsdosis angewandt. Sind die Lymphknotenpakete weiter ausgedehnt oder befinden sich bereits Metastasen in anderen Organen, erfolgt entsprechende Chemotherapie (www.bonk-live.de).
Beim Hodenkrebs vom Typ Nichtseminom kann nach der operativen Entfernung des befallenen Hodens eine Chemotherapie oder eine Überwachungsstrategie erfolgen. Bei den Nichtseminomen wird keine Strahlentherapie eingesetzt, da sie nicht beziehungsweise kaum strahlenempfindlich sind. Als zusätzliche Maßnahme steht nach der Entfernung des Hodens die Entfernung von Lymphknoten aus dem hinteren Bauchraum zur Verfügung (sog. Retroperitoneale Lymphadenektomie). Wenn sich der Hodenkrebs noch in einem frühen Stadium befindet, d.h. auf den Hoden beschränkt ist, besteht die Möglichkeit mit einer weiteren Therapie abzuwarten (Überwachungsstrategie auch Wait-and-see oder Surveillance-Strategie).


Es erfolgt eine engmaschige Kontrolle. Bei einem Nichtseminom kann in einem frühen Stadium die Chemotherapie vorbeugend eingesetzt werden. Befindet sich ein Hodenkrebs in einem weiter fortgeschrittenen Stadium, in dem sich bereits Lymphknotenmetastasen bis zu einer Größe von 5 Zentimetern gebildet haben, gibt es 2 Möglichkeiten:
1. Es werden drei Zyklen Chemotherapie eingesetzt und anschließend immer noch vorhandene Tumorreste durch eine Operation entfernt.
2. Die befallenen Lymphknoten werden zuerst entfernt und anschließend wenn notwendig wird eine Chemotherapie angeschlossen (www.onmeda.de)

Sowohl bei der Behandlung von Seminomen als auch von Nichseminomen hat die Entfernung eines einzelnen Hodens (Semikastration) weder Auswirkungen auf Sexualität und Potenz, noch auf die Fähigkeit, Kinder zu zeugen. Während der Strahlentherapie, die bei Seminomen eingesetzt wird, treten zeitweise Störungen im Magen-Darm-Trakt, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, körperliche Schwäche, Abgeschlagenheit, eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, Haarausfall sowie Entzündungen der Harnblase und der Haut auf. Diese Symptome kann man medikamentös behandeln und klingen am Therapieende ab (www.krebsgesellschaft.de).
Der Leydigzelltumor ist der wichtigste Vertreter der Karzinome, die aus Stütz-und Bindegewebe des Hodens entstehen. Die Leydigzellen produzieren Testosteron, stimulieren so unter anderem die Spermienproduktion und umfassen ein Drittel der Tumore, die aus dem Bindegewebe hervorgehen. Der bösartige Leydigzell-Hodenkrebs ist äußerst selten. Ein weiteres Drittel der Tumore des Bindes- und Stützgewebes machen die bösartigen Lymphome aus (Lymphdrüsenkrebs). Das letzte Drittel umfaßt Formen von Hodenkrebs aus anderen Hodenzellen und Absiedlungen unterschiedlicher Krebsarten im Körper (Metastasen) (www.netdoktor.de).
Bei Leydigzellkarzinom sollte eine radikale Orchiektomie durchgeführt werden, eine retroperitoneale Lymphadenektomie bei vergrößerten retroperitonealen Lymphknoten. Beim metastasierenden Leydigzell-Tumor spricht die Chemotherapie nicht gut an (www.urologielehrbuch.de).
Die Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Hodenkrebs umfassen auch normales Gewebe, das sich relativ rasch erneuert. Davon betroffen sind hauptsächlich die Schleimhäute von Magen und Darm, das blutbildende System im Knochenmark und die Haarwurzelzellen.
Mögliche Begleiterscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Haarausfall, eine erhöhte Infektanfälligkeit und Blutarmut. Je nach Art und Dauer der Therapie können weitere Nebenwirkungen auftreten, so z.B. eine Verschlechterung des Hörvermögens, Gefühlsstörungen in Händen und Füssen, Geschmacksstörungen, Hautveränderungen sowie eine Beeinträchtigung der Nieren- und Lungenfunktion. Da die Medikamente auch auf die Samen produzierenden Zellen des Hodens wirken, besteht zeitweise höchstwahrscheinlich eine Unfruchtbarkeit. Da eine Schädigung des Erbgutes durch die Therapie nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden kann, sollten die Patienten in den ersten 2 Jahren nach der Behandlung auf Nachwuchs verzichten (www.krebsgesellschaft.de).
Eine weitere Behandlungsmethode sind dendritische Zellen. Auch bei Hodenkrebs ist eine Therapie mit dendritischen Zellen möglich. Es ist sowohl eine Monotherapie mit autologe dendritischen Zellen akzeptabel als auch eine Kombinationstherapie mit einer Chemotherapie oder Strahlentherapie. Die Nebenwirkungen besagter Therapien werden dadurch gemildert und das Immunsystem wird gestärkt.

Zweit/ Drittmeinung

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